Konfliktgespräche

Die Haltung mit der wir in Konfliktgespräche gehen wollen zeichnet sich durch folgende Einstellungen aus:

  • wir wollen gemeinsam eine Lösung finden
  • ich will dass die Lösung für mich passt UND ich will dass die Lösung auch für dich passt
  • ich bin bereit deine Perspektive zu hören
  • und ich vertraue darauf, dass du meine Perspektive hören kannst

Wenn dies für uns beide schwierig ist und ich beobachtet habe, dass ich selbst mich verkrampfe, in eine Verteidigungshaltung gehe, oder versuche Recht zu behalten, bitte ich eine dritte Person mir zu „übersetzen“ was mein Gegenüber gesagt hat (weil ich weiß, dass hinter dem was gesagt wurde ein Bedürfnis steht, das mein Gegenüber gerne erfüllt sehen möchte und daher sagt, was er sagt – annehmen dessen was ist)

z.B. Person A sagt: Ich will, dass die Wohnung sauber ist.

bei B kommt an: Ja klar ich soll den ganzen Scheiß putzen.

mein Übersetzer könnte Person A unbeteiligt (ohne Bewertungen aus vergangenen Erfahrungen) hören: Ist dir wichtig, dass deine Wohnumgebung sauber ist? (wiedergeben in eigenen Worten, was gehört wurde)

Person A: Ja das ist mir wichtig.

Übersetzer: Person B, bist du bereit zu sagen, was du nun gehört hast? (in Unterscheidung zu dem was Person B denkt, was Person A sagen wollte! = Interpretation/ Unterstellung)

Person B: (etwas genervt, da sich ev. Schuldgefühle zeigen) Ihm ist wichtig, dass es sauber ist.

Übersetzer fragt Person A: Ist es das?

Person A: Ja.

Damit ist ein Zyklus des Verstanden-Werdens geschlossen. Nun ist Person B an der Reihe zu sagen, wie es ihr damit geht, dass es Person A „wichtig ist, dass es sauber ist“.

Hört sich einfach an? Ist es auch. Lange schwelende kleine unangesprochene Konflikte können durch eine unbeteiligte Person zu einer leichten Transformation kommen.